Donnerstag, 4. Januar 2018

Ein ganz normaler Arbeitstag?

Heute freue ich mich über einen erfolgreichen Tag.
Mindestens zwei Patienten konnte ich helfen, versteht mich nicht falsch, natürlich habe ich mehr als zwei Patienten behandelt und es geht keinem schlechter seit ich das getan habe. Aber bei zweien bin ich mir, strenge Perfektionistin und Kritikerin meiner selbst, sehr sicher, dass es richtig geholfen hat.

Ohne den Datenschutz zu verletzen darf ich soviel verraten:
Ein Patient hat keine Symptome mehr der Diagnose, wegen der er bei uns eine Reha besucht. Allerdings hat er Schmerzen und denen sind wir heute auf den Grund gegangen. Auch wenn ich weder Zauber kann noch alle Ursachen finden, habe ich ihm geholfen. Wir haben eine Möglichkeit gefunden, dass er bei einer alltäglichen Situation keine Schmerzen hat. Warum ist das so wichtig, weil ich 1. weiß wie einschränkend und quälend Schmerzen sein können und 2. weil er damit den Kreislauf durchbricht und die Handlung ab sofort nicht mehr automatisch mit dem Schmerz verbindet.

Ein anderer Patient hat eine ähnliche Behandlung wie gestern schon bekommen und obwohl er vorher keine gravierenden Probleme hatte, fühlt er sich danach deutlich wohler, leichter und beweglicher. Nebenbei bemerkt hat er mir ein charmantes Kompliment gemacht und mich ein paar Jahre verjüngt.

Jetzt könnte man meinen, das ist doch dein Beruf und deine tägliche Aufgabe, warum ist das heute etwas Besonderes. Das ist es nicht und gleichzeitig doch. Vielleicht ist mir heute nur wieder sehr bewusst geworden wie dankbar ich sein kann, dass ich Menschen helfen kann. Dass ich manchmal genau die richtige Idee habe, dass ich demjenigen Schmerzen nehmen kann und dass ich diese Arbeit machen darf. Dankbar für meinen Beruf, der sich in den kleinen Momenten, in der Therapie selten wie eine furchtbare Arbeit und Quälerei anfühlt. Meistens ein Geschenk und sich Dankbarkeit bewusst zu machen ist auch eines.

Wofür bist du dankbar?

Gute Nacht

deine Anja

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